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Dauerbrenner: zinsloses Darlehen und Schenkungssteuer

Eine der häufigten Finanzierungs"spritzen" unter nahen Angehörigen oder auch guten Freunden sind zinslose Darlehen. Je nach Sachlage gibt es verschiedene Gründe für dieses Vorgehen, oft sollen Schenkungssteuertatbestände, oder Ungerechtigkeiten gegenüber anderen Kindern bis zum Erbfall vermieden werden, oder es besteht das Bedürfnis, sich das Vermögen noch vorzubehalten, um es im Fall des Bedarfs verfübar zu haben. Da normale Geldanlagen aktuell (2018) auch keine nennenswerten Erträge liefern, ist es häufig ohne großen Verlust möglich, diese in der Familie sinnvoll (Erwerb von Immobilien, Gründung von Existenzen) zur Verfügung zu stellen.

Rechtslage

Übersehen wird hierbei regelmäßig, quasi in fast jedem Fall, dass diese Zinslosigkeit der Darlehen Schenkungssteuer (dem Grunde nach) auslöst. Geschenkt wird der Betrag, um den Zinsen gespart werden. Da dieser nicht konkret ermittelbar ist (es wären mühsame Vergleichsberechnungen nötig) geht das Gesetz von einer Fiktion aus, die sich nach Laufzeit und gesetzlich fingiertem Zinssatz richtet.

Der Jahreszinssatz wird gesetzlich mit 5,5% definiert, und ergibt eine fingierte Schenkung pro Jahr in Höhe dieser (ersparten) Zinsen. Bei Nachweis günstigerer Finanzierungsmöglichkeiten ist dieser Prozentsatz diskutabel.

Die Laufzeit des Darlehens führt dann zu einer Hochrechnung des Jahresbetrages mittels eines sog. "Vervielfältigers". Dieser ist das x-fach des Jahreszinsbetrages, und ergibt sich aus einer entsprechenden Tabelle des Bewertungsgesetzes. Aus Zinsersparnis und Vervielfältiger ergibt sich dann die Berechnungsgrundlage für die Schenkungssteuer. Diese wird dann nach Steuerklasse und Freibetrag ermittelt, und ist der maßgebliche geschuldete Steuerbetrag.

Fazit:

Wichtig ist, diese Pflicht und die Entstehung der Steuer zu kennen, da die Praxis gezeigt hat, dass kaum jemand daran denkt, bei einem "unbürokratischen" zinslosen Darlehen im Familien- oder Bekanntenkreis sich über die Höhe der Schenkungssteuer Gedanken zu machen und Klarheit zu verschaffen. Die Steuer ist mit Darlehensvertrag, spätestens mit Auszahlung des Darlehens, entstanden, und die Nichtabgabe der Steuererklärung vollendet den Tatbestand der Steuerhinterziehung.

 

 

 

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